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Die 10 bemerkenswertesten Leuchttürme in Hawaii

Kein Archipel auf der Welt liegt weiter entfernt von seinen nächsten Nachbarn als Hawaii: über 3.800 Kilometer bis zur nordamerikanischen Westküste und mehr als 6.200 Kilometer bis Japan. Leuchttürme kamen spät auf diese Inseln — die ersten wurden erst nach der Annexion durch die Vereinigten Staaten 1898 errichtet — aber sie kamen mit dem ganzen Ehrgeiz einer Seemacht, die den Pazifik beherrschte. Das Lighthouse Board baute hier Türme, die den Lavaküsten, den Korallenriffen und den raschen Wetterumschlägen des zentralen Pazifiks standhalten mussten. Heute sind die meisten automatisiert und unter der Aufsicht der US Coast Guard, doch einige können besichtigt werden, und ihre Geschichte verbindet hawaiische Kultur, amerikanischen Kolonialismus und die Hochzeit der Dampfschifffahrt.

1. Makapuu Point Lighthouse, Oahu

Der Makapuu-Leuchtturm steht auf einem 130 Meter hohen Lavakap an der südöstlichen Spitze Oahus und ist einer der leistungsstärksten an der gesamten amerikanischen Küste. Errichtet 1909 vom Army Corps of Engineers, beherbergt der 12 Meter hohe weiße Turm eine hyperradiale Fresnellinse der Sonderklasse mit 1,5 Metern Durchmesser — eine von nur wenigen weltweit —, die das Licht bis auf 28 Seemeilen weit trägt. Das weiße Einzel-Blitzlicht warnt Schiffe vor dem felsigen Kap und den Strömungen zwischen Oahu und Molokai. Der Turm ist automatisiert, und die Coast Guard nutzt die Anlage noch heute. Besucher erreichen den Leuchtturm über einen gut ausgebauten, acht Kilometer langen Wanderweg vom Makapuu Beach Park.

2. Kilauea Point Lighthouse, Kauai

Auf einem steilen Lavavorsprung an der Nordküste Kauais erbaut, war der Kilauea-Leuchtturm nach seiner Indienststellung 1913 für kurze Zeit die am weitesten im westlichen Ozean (jenseits des 180. Längengrads) stehende Navigationsmarke der USA. Der weiße konische Turm ist 16 Meter hoch und zeigt ein weißes Blitzlicht mit einer Reichweite von 22 Seemeilen. Die hyperradiale Fresnellinse von 1913 ist noch an Ort und Stelle und eine der größten ihrer Art. Das Kap markiert die Passage an der Nordküste Kauais, wo die Nordswell-Dünung schnell über 6 Meter ansteigen kann. Heute ist die Anlage Teil des Kilauea Point National Wildlife Refuge; das Leuchtturmgelände ist öffentlich zugänglich und bekannt als hervorragender Aussichtspunkt für Rotfußtölpel, Wedge-tailed Shearwaters und Humpback-Wale.

3. Diamond Head Lighthouse, Oahu

Am Fuß des weltberühmten Vulkankraters Diamond Head gelegen, bewacht dieser Leuchtturm die Einfahrt in den Hafen von Honolulu von Osten. Der schlanke weiße Turm wurde 1899 erstmals entzündet und 1917 durch das heutige, 14 Meter hohe Bauwerk ersetzt, das von der Army errichtet wurde. Er zeigt ein rotes und weißes Sektorlicht mit einer Reichweite von 16 Seemeilen: Weiß markiert den sicheren Sektor, Rot warnt vor den Riffen südöstlich des Kraterhangs. Der Turm steht auf Militärgelände und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, aber vom Diamond Head Beach Park aus gut zu sehen. Er bleibt ein aktives Navigationsfeuer unter Verwaltung der Coast Guard.

4. Kalaupapa Lighthouse, Molokai

Der Leuchtturm auf der Halbinsel Kalaupapa, errichtet 1909, steht an einem der historisch bewegendsten Orte Hawaiis. Die abgelegene Halbinsel war von 1866 bis 1969 eine Lepra-Quarantänekolonie, in die Tausende von Menschen zwangsversetzt wurden. Der 55 Meter hohe Turm — einer der höchsten in Hawaii — zeigt ein weißes Blitzlicht, das bis auf 28 Seemeilen reicht, und warnt vor den Klippen und Strudeln nördlich von Molokai. Das gesamte Gelände von Kalaupapa ist ein National Historical Park; die Halbinsel ist nur per Maultierreiten, Wanderung über steile Pfade oder Kleinflugzeug zugänglich. Besuchergruppen müssen vorab eine Genehmigung der Parkverwaltung einholen.

5. Nawiliwili Lighthouse, Kauai

Der Nawiliwili-Leuchtturm markiert die Einfahrt in den Hafen von Nawiliwili, dem wichtigsten Frachthafen Kauais, an der Südostküste der Insel. Die heutige Anlage stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert und wurde mehrfach modernisiert. Das weiße Blinklicht ist bei klarem Wetter aus etwa 14 Seemeilen sichtbar. Nawiliwili war der erste Hafen Kauais, der für Überseeschiffe ausgebaut wurde, und der Leuchtturm begleitete die Entwicklung der Zuckerrohrwirtschaft, die die Inselökonomie über ein Jahrhundert prägte. Die Anlage ist in Betrieb, aber der direkte Zugang ist eingeschränkt; vom Kalapaki Beach aus bietet sich ein guter Blick auf den Turm.

6. Cape Kumukahi Lighthouse, Hawaii (Big Island)

Am östlichsten Punkt der gesamten USA — auf der Big Island Hawaii — steht der Cape-Kumukahi-Leuchtturm auf einer Lavazunge, die 1960 beinahe vom Lavastrom eines Kilauea-Ausbruchs verschluckt wurde. Der 18 Meter hohe Stahlturm, erbaut 1929, blieb wie durch ein Wunder verschont: Der Lavastrom teilte sich und floss auf beiden Seiten des Turms ins Meer. Heute steht er zwischen erstarrter Lava, ein Zeugnis vulkanischer Gewalt. Das weiße Blinkfeuer reicht 20 Seemeilen. Der Turm ist automatisiert; ein Schotterweg führt zum Kap, das auch als Beobachtungsstandort für Sonnenaufgänge bekannt ist.

7. Lahaina Lighthouse, Maui

Lahaina an der Westküste Mauis war im 19. Jahrhundert die bedeutendste Hafenstadt Hawaiis und Anlaufpunkt der weltweiten Walfangflotte. Ein Leuchtfeuer am Kai begleitete den Hafen schon seit 1840; das heutige weiße Gebäude — ein niedriger, achteckiger Turm — datiert auf 1916. Es zeigt ein weißes Blinkfeuer und ist eines der ältesten aktiven Navigationsfeuer Hawaiis. Lahaina Front Street liegt wenige Schritte vom Leuchtturm entfernt; der Turm ist von außen gut zu sehen, aber nicht begehbar. Der Hafen wurde 2023 durch den katastrophalen Waldbrand schwer beschädigt, der große Teile der Altstadt zerstörte; der Leuchtturm überstand die Katastrophe.

8. Barbers Point Lighthouse, Oahu

An der südwestlichen Ecke Oahus, zwischen Pearl Harbor und der Waianae-Küste, steht der Barbers-Point-Leuchtturm als weißer zylindrischer Turm aus dem Jahr 1933. Er ist 22 Meter hoch und zeigt ein weißes Blitzlicht mit einer Reichweite von 25 Seemeilen. Das Kap markiert den Übergang zwischen dem offenen Meer südlich von Oahu und den Gewässern um Pearl Harbor; es ist eine der wichtigsten Wegmarken für Schiffe, die Honolulu von Westen anlaufen. Der Turm steht auf dem Gelände des ehemaligen Naval Air Station Barbers Point und ist für die breite Öffentlichkeit nur von Weitem sichtbar.

9. Ewa Lighthouse, Oahu

Der Ewa-Leuchtturm, auch als Oneula Beach Lighthouse bekannt, ist eine weniger bekannte Anlage an der südlichen Zentralküste Oahus. Der schlanke weiße Turm wurde im frühen 20. Jahrhundert errichtet und diente vor allem der Schifffahrt zwischen Barbers Point und dem Pearl-Harbor-Eingang. Er zeigt ein weißes Sektorfeuer. Die Gegend um Oneula Beach ist heute ein Wohngebiet; der Turm ist aus der Nähe sichtbar, hat jedoch keinen öffentlichen Besucher-Zugang. Er veranschaulicht die dichte Navigationshilfen-Infrastruktur, die das US Lighthouse Board in hawaiischen Gewässern aufgebaut hat.

10. Maukele Point Light, Molokai

An der Ostspitze Molokais, wo der Pailolo-Kanal zwischen Maui und Molokai besonders unruhig werden kann, steht ein kleines automatisiertes Sektorfeuer, das Fischerboote und Sportsegler vor den Untiefen der Nordostküste warnt. Die Anlage ist bescheidener als die großen Türme Oahus oder Kauais, aber navigatorisch wichtig für Boote, die zwischen den Inseln wechseln. Molokai ist das am wenigsten touristisch erschlossene der Hauptinseln; wer hierher kommt, erlebt eine Hawaii jenseits der Ressortlandschaft — ruhige Buchten, alte Fishponds und eine Bevölkerung, die Besucher willkommen heißt, aber das Tempo der Insel nicht aufgeben will.

Praktische Hinweise

Hawaii ist das ganze Jahr über besuchbar; der Winter (Dezember bis März) bringt größere Wellen an den Nordküsten und ist die beste Zeit für Walsichtungen, während der Sommer ruhiger und sonniger ist. Kilauea Point auf Kauai und Makapuu auf Oahu bieten die besten Möglichkeiten für Besucher, an einen historischen Leuchtturm heranzukommen. Kalaupapa verlangt Voranmeldung. Alle anderen aktiven Türme sind von der Coast Guard verwaltet und von außen zugänglich oder zumindest sichtbar. Eine Übersicht aller eingetragenen Leuchtfeuer des Archipels findet sich auf Karte öffnen.