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Die 10 bemerkenswertesten Leuchttürme in Indonesien

Indonesien ist das größte Archipel der Welt: über 17.000 Inseln, drei Ozeane und einige der am stärksten befahrenen Meerengen der Erde. Die Sunda-Straße zwischen Java und Sumatra, die Malakka-Straße im Nordwesten und die Lombok-Straße im Osten waren und sind Hauptverkehrsadern des Welthandels. Die niederländische Kolonialverwaltung erkannte früh, dass diese Routen nach zuverlässiger Beleuchtung verlangten, und begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit einem systematischen Leuchtturbau, der in seiner Dichte und in der Qualität seiner Bauten durchaus mit europäischen Standards mithalten konnte. Die Türme, die aus dieser Zeit erhalten sind, gehören zu den eindrucksvollsten kolonialen Ingenieurbauwerken Südostasiens.

1. Leuchtturm Anyer (Cikoneng / Willem's Toren), Java

Der Leuchtturm von Anyer an der nordwestlichen Spitze Javas, kurz vor der Einfahrt in die Sunda-Straße, ist der historisch bedeutsamste Leuchtturm Indonesiens. Der Originalturm wurde 1806 auf Befehl von König Ludwig Napoleon von Holland errichtet und war Teil einer Linie von Navigationshilfen zwischen Batavia (Jakarta) und Anyer. Er wurde 1883 durch den Krakatau-Ausbruch vollständig zerstört — die Tsunamiwelle, die die Sunda-Straße überquerte, fegte ihn vom Sockel. Der niederländische Kolonialstaat errichtete bis 1885 einen Ersatz: den heutigen weißen Backsteinturm, 35 Meter hoch, mit einer Fresnellinse, die ein weißes Blitzlicht bis auf 24 Seemeilen wirft. Der Turm steht heute noch und ist für Besucher zugänglich; er ist eine der wichtigsten historischen Stätten an der javanischen Westküste.

2. Leuchtturm Lengkuas, Belitung

Auf einer kleinen Granit-Insel vor der Nordwestküste von Belitung ragt der Lengkuas-Leuchtturm als makelloser weißer Zylinder aus dem türkisfarbenen Wasser. Errichtet 1882 von niederländischen Ingenieuren, ist er 62 Meter hoch — der zweithöchste in Indonesien — und sein weißes Blitzlicht reicht 22 Seemeilen weit. Er warnt Schiffe vor den Granitriffen und -blöcken, die das Südchinesische Meer zwischen Belitung und der Karimata-Straße übersäen. Der Turm ist noch aktiv und enthält eine der wenigen erhaltenen Fresnellinsen aus der Kolonialzeit. Boote aus dem Dorf Tanjung Kelayang bringen Besucher zur Insel; der Leuchtturm kann bestiegen werden, und der Blick über die Inselgruppe und die flachen türkisfarbenen Lagunen ist außergewöhnlich.

3. Leuchtturm Tanjung Kalian, Bangka

Am westlichen Eingang zur Bangka-Straße zwischen Bangka und Sumatra markiert der Leuchtturm Tanjung Kalian eine gefährliche Untiefe, die Schiffe auf der Route zwischen Singapur und Jakarta bedroht. Der weiße Turm wurde 1862 von den Niederländern errichtet und ist 55 Meter hoch. Er zeigt ein weißes Blitzlicht mit einer Reichweite von 20 Seemeilen. Tanjung Kalian ist bei indonesischen Touristen auch deshalb bekannt, weil in der Nähe ein japanisches Kriegsschiff aus dem Zweiten Weltkrieg liegt, dessen Wrack bei Ebbe teilweise sichtbar ist. Der Leuchtturm steht auf einer kleinen Landzunge nahe dem Städtchen Muntok; ein Strandfad führt zum Fuß des Turms, der von außen besichtigt werden kann.

4. Leuchtturm Sambu, Riau-Archipel

Die Insel Sambu im Riau-Archipel, wenige Kilometer südlich von Singapur, war im frühen 20. Jahrhundert ein wichtiger Umschlagplatz für die Ölindustrie der Region. Der Leuchtturm auf der Nordspitze der Insel, ein schlanker weißer Turm aus den 1930er Jahren, markiert die östliche Zufahrt zur Malakka-Straße. Das weiße Blinklicht ist etwa 15 Seemeilen sichtbar. Die Straße von Malakka ist eine der meistbefahrenen Schiffsrouten der Welt; zahllose kleinere Navigationshilfen säumen ihre Einfahrten, aber der Sambu-Leuchtturm ist unter ihnen einer der ältesten und am besten erhaltenen. Sambu ist mit dem Schnellboot von Batam erreichbar.

5. Leuchtturm Karang Pandan, Java

Im östlichen Javasee, nahe Surabaya, steht der Leuchtturm Karang Pandan auf einem Riff, das den Schiffsverkehr in Richtung Madura-Straße bedroht. Der Turm wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet und mehrfach renoviert; er ist ein typisches Beispiel für die robuste Stahlpfeiler-Architektur, mit der niederländische Ingenieure auf Riffen und Untiefen bauten. Er zeigt ein weißes Blinklicht. Der Zugang ist schwierig — der Turm steht auf einem Riff ohne begehbare Küste — und er wird heute ausschließlich automatisiert betrieben.

6. Leuchtturm Batu Berlayar, Singapur-Straße

Batu Berlayar ist ein kleines Riff-Leuchtfeuer im westlichen Teil der Singapur-Straße, auf der indonesischen Seite der Seegrenze. Der Turm, erbaut Ende des 19. Jahrhunderts, ist einer der kleinsten des Archipels, aber navigatorisch wichtig: In diesem Gewässer bewegen sich täglich Hunderte von Containerschiffen, Tanker und Feederschiffe. Die Anlage wird automatisiert betrieben und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

7. Leuchtturm Tanjung Buton, Sumatra

Am Ausgang der Malakka-Straße in Richtung Südchinesisches Meer markiert der Leuchtturm Tanjung Buton die südöstliche Einfahrt. Der weiße Betonturm, aus dem 20. Jahrhundert stammend, zeigt ein weißes Blitzlicht mit einer Reichweite von rund 18 Seemeilen. Die Küste Sumatras an dieser Stelle ist flach und von Mangroven gesäumt; ohne Navigationshilfen wäre es schwierig, die Tiefwasserroute von den Flachwasserbereichen zu unterscheiden. Tanjung Buton ist vom nahen Pekanbaru aus erreichbar, aber der Leuchtturm selbst ist nur über Boote aus dem lokalen Fischereihafen anzusteuern.

8. Leuchtturm Bawean, Bawean-Insel

Die Insel Bawean liegt im Javasee etwa 120 Kilometer nördlich von Surabaya und ist ein wichtiger Zwischenstopp auf der Route nach Kalimantan. Der Leuchtturm auf dem höchsten Punkt der Insel wurde im frühen 20. Jahrhundert errichtet und 2000 renoviert. Er zeigt ein weißes Blitzlicht mit einer Reichweite von 20 Seemeilen. Bawean ist bekannt für seine sanften Hügel, ruhigen Buchten und das Bawean-Hirsch (Axis kuhlii), eine endemische Art. Der Leuchtturm ist zu Fuß erreichbar und bietet einen Panoramablick über den Javasee; Bawean selbst wird per Fähre von Gresik aus angefahren.

9. Leuchtturm Lonceng, Lombok-Straße

Die Lombok-Straße zwischen Bali und Lombok ist eine der bedeutendsten Meerengen Südostasiens: Hier verläuft die Wallace-Linie, und tiefe Strömungen machen die Straße zur bevorzugten Route für U-Boote und Supertanker, die die flachere Malakka-Straße nicht nutzen können. Der Leuchtturm an der nördlichen Einfahrt der Lombok-Straße ist eine moderne Anlage, die die Seezeichen-Infrastruktur der alten niederländischen Kolonialzeit ergänzt. Er zeigt ein weißes Blinkfeuer. Lombok ist per Fähre von Bali oder per Flug von Denpasar erreichbar.

10. Leuchtturm Panjang, Nias

Auf der Insel Nias vor der Westküste Sumatras, einer Küste, die für ihre schweren Dünung aus dem Indischen Ozean berüchtigt ist, steht der Leuchtturm Panjang auf einem felsigen Vorsprung. Er wurde im frühen 20. Jahrhundert von der niederländischen Kolonialverwaltung errichtet, um die gefährliche Ansteuerung an Nias zu erleichtern. Der Turm ist weiß gestrichen und etwa 20 Meter hoch; er zeigt ein weißes Blitzlicht mit einer Reichweite von etwa 16 Seemeilen. Nias ist heute vor allem bei Surfer-Reisenden bekannt wegen der weltweit berühmten Wellen bei Lagundri; der Leuchtturm ist ein wenig besuchtes, aber malerisches Relikt der Kolonialzeit.

Praktische Hinweise

Indonesien lässt sich das ganze Jahr über bereisen, wobei die Trockenzeit von April bis Oktober auf den meisten Inseln die günstigste Reisezeit ist. Der Leuchtturm von Lengkuas auf Belitung und der von Anyer auf Java sind die am besten zugänglichen und touristisch erschlossensten historischen Türme. Die meisten übrigen sind aktive Navigationshilfen, zu denen kein regulärer Zugang besteht. Alle in diesem Beitrag genannten Standorte sowie Hunderte weiterer indonesischer Leuchtfeuer sind verzeichnet auf Karte öffnen.