Die 10 schönsten Leuchttürme auf Zypern
Zypern liegt im östlichen Mittelmeer, zwischen den Küsten der Türkei, Syriens und Ägyptens, und ist die drittgrößte Mittelmeerinsel. Seine strategische Lage an Handelswegen, die seit der Antike Ägypten, Phönizien, Griechenland und später die osmanischen und britischen Reiche verbanden, hat der Insel eine reiche Seefahrtsgeschichte gegeben. Die British Lighthouse Authority — in diesem Fall das Departement Public Works unter britischer Kolonialherrschaft bis 1960 — errichtete im 19. und frühen 20. Jahrhundert die wichtigsten Leuchttürme. Seit der zyprischen Unabhängigkeit werden die Leuchtfeuer von der Ports and Marine Directorate betrieben. Die nördliche Insel, seit 1974 von der Türkei besetzt, hat ein eigenes, türkisch verwaltetes Seezeichensystem. Erkunden Sie Zyperns Leuchttürme auf der interaktiven Karte.
1. Paphos Lighthouse
Der Leuchtturm von Paphos, erbaut 1888 unter britischer Kolonialverwaltung, steht auf einem felsigen Vorgebirge unmittelbar neben dem antiken Hafen von Paphos — einer archäologischen Stätte, die seit der Antike eine der bedeutendsten auf Zypern ist. Der quadratische weiße Turm aus Kalkstein ist 28 Meter hoch und zeigt ein weißes Blinklicht Fl(3) 15s mit einer Reichweite von 17 Seemeilen. Der Leuchtturm steht in einem der schönsten archäologischen Parks Zyperns; die Kato Paphos Archaeological Site mit ihren römischen Mosaiken, den Königsgräbern und dem Odeon liegt in unmittelbarer Nachbarschaft. Der Leuchtturm selbst ist nicht für Besucher geöffnet, aber von den umliegenden archäologischen Arealen aus frei einsehbar.
2. Cape Greco (Greko) Lighthouse
Cape Greco, das südöstliche Kap Zyperns, ist das markanteste Stück Küste der Insel: steile Kalksteinklippen, Meereshöhlen und ein transparentes türkises Meer. Der weiße Turm auf Cape Greco wurde 1959 kurz vor der zyprischen Unabhängigkeit errichtet und ist 10 Meter hoch; die Feuerhöhe auf dem Kliff beträgt jedoch 107 Meter über dem Meeresspiegel, was dem Feuer eine Reichweite von bis zu 20 Seemeilen gibt. Das Kap ist heute ein Nationalpark und über gut markierte Wanderwege erreichbar; der Leuchtturm steht neben Militäranlagen der zyprischen Armee und ist nicht intern zugänglich, aber der Spaziergang zum Kap gehört zu den schönsten auf der Insel.
3. Cape Kiti Lighthouse
Cape Kiti an der Südküste Zyperns, etwa 20 Kilometer südwestlich von Larnaka, trägt einen der ältesten noch betriebenen Leuchttürme der Insel. Der weiße Zylinderturm wurde 1864 erbaut — noch unter früher britischer Kolonialverwaltung — und steht auf einem flachen Kap, das trotz seiner geringen Höhe über dem Meer ein weithin sichtbares Seezeichen bildet. Das Feuer zeigt Fl(2) WR 15s mit einer Reichweite von 14 Seemeilen. In der Nähe des Leuchtturms befinden sich die Salzseen von Larnaka, die im Winter als Rastplatz für Flamingos dienen, und die byzantinische Kirche Angeloktisti mit bedeutenden frühchristlichen Mosaiken.
4. Leuchtturm Kyrenia (Girne), Nordzypern
Der Leuchtturm von Kyrenia — in der türkisch besetzten Nordregion der Insel Girne genannt — steht am Westende des historischen Hafens von Kyrenia, einer der am besten erhaltenen kleinen Häfen des östlichen Mittelmeers. Der weiße Turm des 19. Jahrhunderts fügt sich harmonisch in das mittelalterliche Stadtbild ein, das von der venezianischen und osmanischen Burg über dem Hafen dominiert wird. Kyrenia ist für seinen außergewöhnlichen historischen Hafen bekannt; ein byzantinisches Wrack aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. wird im Schlossmuseum ausgestellt. Der Leuchtturm markiert die Westseite der Hafeneinfahrt.
5. Cape Andreas Lighthouse, Karpassia-Halbinsel
Das Kap Andreas, die äußerste Spitze der Karpassia-Halbinsel im Nordosten Zyperns, trägt einen der abgelegensten Leuchttürme der Insel. Der weiße Turm steht auf einem Kalksteinriff am Ende einer schieren Halbinsel, die in das östliche Mittelmeer hinausragt. Das Gebiet um Cape Andreas ist bekannt für seine Lederschildkröten (Caretta caretta), die hier brüten. Der Leuchtturm ist schwer zugänglich — die letzten Kilometer der Halbinsel sind auf schlechten Wegen zu erreichen — und liegt im nördlichen Teil der Insel.
6. Leuchtturm Limassol (Lemesos)
Am westlichen Molo des modernen Tiefseehafens von Limassol, dem größten Hafen Zyperns, steht ein Leuchtturm aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, der den Hafeneingang für Containerschiffe und Kreuzfahrtschiffe markiert. Der weiße Metallturm auf dem Betonmolo ist keine historische Attraktion, aber als aktives Seezeichen des wichtigsten zyprischen Hafens von großem betrieblichem Wert. Limassol ist heute auch ein wichtiger Kreuzfahrthafen und Ausgangspunkt für Bootstouren entlang der Südküste.
7. Leuchtturm Famagusta (Gazimağusa), Nordzypern
Der Hafen von Famagusta, einst einer der reichsten Häfen der Levante, trägt heute einen kleinen Leuchtturm am Molo des modernen Hafens. Die historische Altstadt von Famagusta, die von massiven venezianischen Stadtmauern umgeben ist und zahlreiche gotische Kirchenruinen aus dem Mittelalter beherbergt, liegt unmittelbar hinter dem Hafen. Der Leuchtturm auf dem Molo ist modern und betrieblich; der Kontext — gotische Kathedralenruinen, venezianische Mauern, osmanisches Lala-Mustafa-Pasha-Moschee — macht Famagusta zu einem der historisch aufgeladensten Leuchtturmstandorte des Mittelmeers.
8. Leuchtturm Larnaka
Im Hafen von Larnaka, dem wichtigsten touristischen Hafen Zyperns, markiert ein moderner Leuchtturm den westlichen Molo der Hafeneinfahrt. Der Strand von Larnaka — Finikoudes — mit seinen Palmen und Cafés liegt unmittelbar angrenzend. Der Leuchtturm ist eine schlichte funktionale Konstruktion; das Interessante an Larnaka aus maritimer Sicht ist der historische Kontext: die Salzseenküste, die antiken Häfen von Kition und der mittelalterliche Hafen, der diesen Küstenabschnitt über Jahrtausende bedeutsam machte.
9. Leuchtturm Polis, Nordwestzypern
In der Nähe von Polis Chrysochous an der Nordwestküste Zyperns, am Rande des Akamas-Nationalparks, gibt es kleinere Leuchtbaken, die die Einfahrt in die Chrysochous Bay für Fischerboote und Yachten sichern. Das Akamas-Gebiet ist eine der naturbelassensten Ecken Zyperns; die Badestrände von Fontana Amorosa und das Aphrodite-Bad liegen in der Nähe. Der kleine Leuchtturm bei Polis ist Teil des zyprischen Seezeichennetzes ohne großen touristischen Auftritt.
10. Leuchtturm Xeros (Xerós), Morphou Bay
Die Morphou Bay an der Nordwestküste Zyperns wird durch einen kleinen Leuchtturm nahe dem ehemaligen Hafen von Xerós gesichert. Diese Gegend war bis 1974 eine der wichtigsten Kupfererzregionen der Insel — der Name Kupfer leitet sich vom Lateinischen aes cyprium, "zyprisches Erz", ab, und die Bergbauindustrie hier war seit der Bronzezeit aktiv. Der Leuchtturm markiert die flachen Gewässer der Bucht für Fischerboote.
Zyprische Leuchttürme sind in der Hauptsaison von März bis Oktober am besten zu besuchen. Paphos Lighthouse ist das zugänglichste historische Seezeichen durch seine direkte Lage im archäologischen Park. Für Leuchttürme im Norden (Kyrenia, Famagusta) ist ein Grenzübertritt an einem der kontrollierten Übergänge erforderlich. Beste Reisezeit für Wanderungen zu Kap-Leuchttürmen ist April bis Juni, wenn die Hitze noch erträglich ist und die Landschaft grün.